Nachdem das Projekt Gemeinsam die Versorgung verbessern – Regionale Zusammenarbeit in der ambulanten Schlaganfall-Nachsorge in Rendsburg sehr vielversprechend anlief, wurden auch in Pinneberg erste Aktivitäten gestartet und am 13.09.2017 zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen. Gastgeber war das Therapiezentrum IFF Familienräume.

Zunächst wurde das Projektvorhaben erläutert und anschließend die Teilnehmer nach ihren Erfahrungen befragt. Welche Probleme im Arbeitsalltag erschweren die Versorgung von Schlaganfall-Patienten? Was müsste sich ändern, damit sich die Versorgungs-Situation dauerhaft verbessert? Die Beiträge der Teilnehmer wurden zusammengetragen und ein Folgetreffen vereinbart. Es zeigte sich, dass Teile von Lösungsansätzen aus anderen Regionen auf Pinneberg übertragbar sein können; vieles andere erfordert individuelle Wege, die nur von den Netzpartnern vor Ort erarbeitet werden können.

Bei Interesse melden Sie sich gern per Mail unter otte@schlaganfall-ring.de oder unter 0431 5365 9545 und erfragen Sie den nächsten Termin.

Die ersten Arbeitsgruppen

Erste Ideen für weiterführende Aktivitäten wurden bereits beim 2. Treffen in Pinneberg gesammelt:

1. Interdisziplinärer Austausch:
• Kommunikation der Akteure untereinander fehlt
• Patienten und Angehörige sollten und müssen stärker in die Schlaganfall-Nachsorge eingebunden werden, hier steckt viel Potenzial
• Ärzte wissen oft nicht, welche Hilfsmittel sie konkret verordnen sollen
• Angehörige müssen von Beginn an in die Versorgungsprozesse integriert werden

2. Hilfsmittelkatalog, Info-Veranstaltungen für Heilmittelerbringer
• Bericht aus Rendsburg: dort wird derzeit ein Hilfsmittelkatalog erstellt, der auch überregional etabliert werden könnte
• Inhalte werden auf der Website des Schlaganfall-Ring publiziert
• Außerdem findet im Januar in RD ein Infoabend für Therapeuten statt, an dem Hilfsmittel vorgestellt werden und ausprobiert werden können
• Etwas Ähnliches wäre auch für Pinneberg denkbar

3. Hilfsmittel und Kommunikationshilfsmittel
• Unterstützung von Aphasikern mit Kommunikationshilfsmitteln (Apps, Tablets) in der logopädischen Behandlung
• Welche Apps sind sinnvoll und wie können Therapeuten und Patienten für sich die richtigen Kommunikationshilfsmittel finden? Wie geeignet sind diese Hilfsmittel für den Einsatz in der Therapie?

4. Neuropsych. Behandlung/Neuropsychologie und Ergotherapie
• Viele Patienten entwickeln nach dem Schlaganfall eine Post-Stroke-Depression, oft wird nicht diagnostiziert
• Situation: wenige Neuropsychologische Praxen, kaum Kapazitäten für Neupatienten
• Zusätzlich bestehen auf ärztlicher Seite wenig Kenntnisse über die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Neuropsychologie und die Modalitäten der Verordnung
• Verhältnis Neuropsychologie und Ergotherapie: arbeiten teils mit gleichen Behandlungsmethoden – denkbar wäre eine aufeinander abgestimmte Arbeitsteilung beider Disziplinen (gegenseitig ergänzend)
• Fragestellung: Wäre es möglich, der Ergotherapie in einem bestimmten Rahmen Aufgaben der Neuropsychologie zu übertragen?
Weitere Treffen vor Ort nahmen sich dieser Themen erneut an. Es wurden Richtlinien für die neuropsychologische Behandlung vorgestellt und diskutiert, ebenso die Schwierigkeiten des Einsatzes bestimmter Kommunikationshilfsmittel noch nicht abschließend besprochen.

Nächste Schritte

In kommenden Sitzungen werden diese Themen erneut besprochen, außerdem ist ein Tag der offenen Tür eines lokalen Sanitätshauses in Planung. Denkbar wäre zudem die Auflage eines Hilfsmittelkatalogs, der Schlaganfall-Betroffenen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden kann und über Versorgungsmöglichkeiten nach Schlaganfall aufklärt.