Mit einem Schlaganfall verändert sich das Leben des Patienten und seinen Angehörigen von einem Augenblick auf den anderen. Nach Entlassung aus der Akut- oder Rehaklinik erwartet die Betroffenen eine unübersichtliche Versorgungslandschaft. Ob und wie viel Unterstützung sie bekommen, ist von vielen Faktoren abhängig: der Entschlossenheit der Patienten und ihrer Angehörigen, therapeutische Ziele zu verfolgen, dem Engagement der niedergelassenen Ärzte bei der Motivation zum Eigentraining und ihrer Bereitschaft, Heil- und Hilfsmittel zu verordnen, der Unterstützung durch die Krankenkassen sowie von der Verfügbarkeit von fachkundigen Therapeuten.

Ein großes Problem stellt immer wieder die mangende Kommunikation der Beteiligten dar, und zwar sowohl  zwischen Patienten, Angehörigen, Leistungsträgern und Leistungserbringern, als auch der Leistungserbringer untereinander. Regionale Unterschiede sind groß, weshalb Initiativen zur Verbesserung der Schlaganfall-Versorgung deshalb auf diese Besonderheiten Rücksicht nehmen müssen.

Wie kann eine optimale Versorgung vor Ort aussehen?

Eine Patentlösung zur Verbesserung der Schlaganfall-Versorgung gibt es nicht. Wie die optimale Versorgung in einer Region aussehen kann, ist individuell verschieden und von vielen Faktoren abhängig. Deshalb können die bestehen Probleme auch nicht allein mit mehr Geld gelöst werden. Umso wichtiger ist es, gemeinsam eine Versorgungsrealität zu schaffen, die

  • bedarfsgerecht,
  • individuell,
  • ressourcenaktivierend,
  • kosteneffizient ist,

also birke. Diese Kriterien beziehen sich einerseits auf die Versorgung des Patienten persönlich, sind aber ebenso übertragbar auf die gesamte Versorgungsrealität einer Region. Dieses Ziel steht am Ende eines langen Weges und nicht innerhalb von Tagen oder Wochen zu erreichen. Voraussetzung für eine Versorgung nach diesen Kriterien ist die dauerhaft vertrauensvolle Zusammenarbeit der Schlaganfall-Versorger vor Ort und eine disziplinübergreifende Kommunikation.

Was kann eine Patientenorganisation zur Verbesserung der Schlaganfall-Versorgung beitragen?

Schlaganfall-Betroffene sind meist medizinische Laien und keine Profis des Gesundheitssystems. Was sie mitbringen ist ihre ganz persönliche Sicht auf die Erkrankung und ihre Folgen. Ohne fachbezogene Vorkenntnisse machen sie nach einem Schlaganfall im Laufe der Zeit ihre ganz eigenen Erfahrungen und sammeln über Jahre hinweg eine Menge Expertise an. Diese Expertise bezieht sich auf alle Bereiche des Lebens, wie die Bewältigung des Alltags, die Kommunikation mit Krankenkassen und Behörden, den Umgang mit Ärzten und Therapeuten und das häufig über lange Zeit.

Die Patientenperspektive in Kombination mit der Fachkenntnis der Profis ist maßgeblich, wenn es um die Verbesserung der Versorgungslandschaft geht. Beide Gruppen sind in der Lage, für das bessere Verständnis der anderen zu sorgen und so Ideen und Konzepte zu entwickeln, die alle Blickwinkel berücksichtigen.