Gemeinsam mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Christian-Albrechts-Universität hat der Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein e.V. ein Projekt initiiert, welches über einen Zeitraum von drei Jahren, vom 01.05.2017 bis 30.04.2020, von der Damp-Stiftung gefördert wird:

Gemeinsam die Versorgung verbessern –
Regionale Zusammenarbeit in der ambulanten Schlaganfall-Nachsorge

Weitere Beteiligte des Projekts sind die Ärztekammer Schleswig-Holstein, die Techniker Krankenkasse und die Schleswig-Holsteinischen Sparkassen.

Schlaganfall-Rehabilitation ist ein Gebiet, auf dem unterschiedlichste Professionen oft über sehr lange Zeit gemeinsam arbeiten. Hausarzt, Neurologe, Physiotherapeut, Logopäde, Sanitätshaus, Ergotherapeut, Pflege, Selbsthilfe: Häufig steht ein ganzes Team zur Verfügung, das an den verschiedensten Aspekten der Schlaganfall-Nachsorge arbeitet. Nur zu oft kennen sich die einzelnen Beteiligten innerhalb der lokalen Versorgungslandschaft nicht. Ein Austausch findet nicht statt.

Dieses Projekt möchte in einzelnen Regionen Netzwerke von Akteuren der Schlaganfall-Versorgung entstehen zu lassen. Ziel ist es, den Austausch der verschiedenen Disziplinen untereinander zu stärken bzw. überhaupt erst initiieren. Die neuen Netzwerke arbeiten einerseits an der Verbesserung der Versorgung der Patienten in ihrer Region, andererseits bieten sie Schlaganfall-Betroffenen wertvolle Anlaufstellen. Da sich die Partner kennen, sind die Wege innerhalb der Netzwerke kurz und direkt, Patienten können effizienter an die richtigen Partner weitergeleitet werden.

Wie entstehen Netzwerke und welche Aufgabe hat der Schlaganfall-Ring?

In einem ersten Schritt wird festgelegt, in welcher Region ein Netzwerk entstehen kann. Eine Region definiert sich hier nicht geografisch oder verwaltungstechnisch, sondern durch Gebiete, die infrastrukturell einem Versorgungsgebiet angehören und von den Akteuren vor Ort bestimmt werden. Bereits existierende Kooperationen werden berücksichtigt und in die Aktivitäten einbezogen. Neue Netzwerke entstehen erwartungsgemäß in Gebieten, in denen bereits erste Kontakte zu einzelnen Akteuren vorhanden sind.

In einer ersten Auftaktveranstaltung, zu der Schlaganfall-Versorger unterschiedlicher Professionen aus einer Region geladen werden, wird das Projekt zunächst vorgestellt. Anschließend werden die vor Ort bestehenden Komplikationen von den Teilnehmern benannt und dokumentiert. In weiteren Treffen können sich dann Arbeitsgruppen zusammenfinden, die an den verschiedenen identifizierten Herausforderungen arbeiten und versuchen, unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten Lösungsansätze zur Verbesserung der Versorgungsstruktur zu entwickeln. Solide Lösungen können nur von den Teilnehmern einer Region gemeinsam erarbeitet werden. Die schablonenhafte Übertragung solcher Ansätze funktioniert in der Regel nicht, da jede Region ihre individuellen Besonderheiten aufweist.

Regelmäßige Treffen der Arbeitsgruppen und des gesamten Netzwerks sorgen für wertvollen interdisziplinären Austausch, aus dem viele Ideen für konkrete Vorhaben entstehen, wie z.B. Hilfsmittel-Infotage, Schulungsangebote usw. Perspektivisch wünschen wir uns, dass die geschaffenen Netzwerke weiter wachsen, sich profilieren und auch nach Projektende weiter zusammenarbeiten und sich selbst organisieren. Gemeinsam können die Beteiligten vor Ort eine konkrete Verbesserung der Versorgung von Schlaganfallpatienten in ihrer Umgebung erreichen.

Die Aufgaben des Schlaganfall-Ring und des Instituts für Allgemeinmedizin sind es, diese Neugründungen der regionalen Netzwerke zu initiieren, zu begleiten und die einzelnen Veranstaltungen zu moderieren. Der Schlaganfall-Ring kommuniziert mit den Beteiligten in den Regionen, lädt ein, koordiniert die Treffen. Der Verlauf des Projekts wird dokumentiert und vom Institut für Allgemeinmedizin Kiel evaluiert.