Als erstes begannen die Aktivitäten der Netzwerkbildung in Rendsburg am 22.03.2017 mit einer Auftaktveranstaltung. Dr. Pulkowski, Chefarzt der Neurologie, und die imland Klinik luden als Gastgeber in ihre Räumlichkeiten ein. Nach der Vorstellung des Projektes wurden die Teilnehmer gebeten, aus ihrer persönlichen Erfahrungen zusammenzutragen, an welchen Stellen die Versorgung von Schlaganfall-Betroffenen verbessert werden muss.

Dabei wurden von den Teilnehmern unter anderem Themen wie die schwierige Kommunikation zwischen Beteiligten der verschiedenen Professionen genannt, das Schnittstellenmanagement zwischen stationärer und ambulanter Versorgung oder die Belastung von Heilmittelerbringern durch die Nähe zu ihren Patienten und deren Schicksalen. Außerdem problematisch für die Patienten ist es, die für ihre Bedürfnisse richtigen Behandler zu finden und kurzfristige Termine oder gar Hausbesuche zu erhalten.

Die ersten Arbeitsgruppen

Viele kündigten ihre Bereitschaft an, auch an folgenden Sitzungen teilzunehmen und sich an den Aktivitäten im Raum Rendsburg zu beteiligen. Beim folgenden Treffen fanden sich dann auch direkt die ersten Arbeitsgruppen, um an einzelnen identifizierten Herausforderung in ihrer Region gemeinsam zu arbeiten:

1. Arbeitsgruppe Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit
• Organisation von Informationsveranstaltungen im Raum Rendsburg soll die Sensibilisierung für das Thema Schlaganfall in der Öffentlichkeit stärken
• 31.01.2018: Das motion-center lud Versorger zu einer Hilfsmittelvorstellung ein
• Hilfsmittelkatalog: Ein produktnamen-neutraler Katalog vermittelt Betroffenen einen Überblick über Versorgungsmöglichkeiten von Schlaganfall-Patienten

2. Optimierung der Heil- und Hilfsmittelversorgung
• Wie kann man Ärzten helfen, das richtige (Heil-/Hilfsmittel) zu verordnen? Problem der Budgetierung?
• Effektiverer Austausch zwischen Ärzten, Pflege, Therapeuten, Sanitätshäusern

3. Schnittstelle Reha/Ambulante Versorgung
• Angehörige sind bei Entlassung häufig schlecht informiert – Wie kommen sie an zuverlässige Informationen?
• Ansatz: Recherche bei Rehakliniken: Welche Infos geben Kliniken weiter? Was wird mit den Angehörigen besprochen?

4. Wie finden Patienten die richtigen Behandler?
• Welches sind Qualitätsmerkmale von Therapeuten und wie können Patienten diese erkennen?
• Mehr Aufklärung durch Allgemeinärzte nötig. Nicht nur Neurologen, auch Hausärzte dürfen verordnen!

5. Psychosoziale Unterstützung durch Therapeuten
• Mögliche Lösung: 1-tägige Fortbildung für Therapeuten zum Thema Kommunikation in schwierigen Situationen
• Fortbildung für bis zu 20 Teilnehmer, interaktiv, Simulation möglicher Situationen
• 05.05.2018: Fortbildung für Heilmittelerbringer der Partner in Rendsburg

6. Kommunikation mit Angehörigen
• Kommunikation mit Angehörigen kommt häufig zu kurz
• Angehörige müssen von Beginn an in die Versorgungsprozesse integriert werden

Die Arbeitsgruppen trafen sich regelmäßig, einige nach wie vor. Konkrete Ergebnisse wie die Hilfsmittelvorstellung am 31.01.2018 im motion-center, ein Hilfsmittelkatalog, der über die Versorgungsmöglichkeiten von Schlaganfall-Patienten informiert, aber auch eine Fortbildung für Heilmittelerbringer wurden erarbeitet. Wir freuen uns besonders darüber, dass wir den Netzpartnern unsere Ausbildung für Schlaganfall-Helfer kostenfrei anbieten können. Diese wird am 17./18.03.2018 in den Räumen des motion-center Holger Otto in Rendsburg stattfinden.

Nächste Schritte

Aus der Initiative der Akteure vor Ort entstanden die Idee und der Wunsch, etwas Dauerhaftes zu gestalten, das auch nach außen kommuniziert werden und als Anlaufstelle für Betroffene dienen kann. Dieser nächste große Schritt wird derzeit geplant und vorbereitet, das nächste Treffen der Versorger in Rendsburg wird im Frühjahr 2018 stattfinden.