Erste Schritte gegen den Fachkräftemangel in den Therapieberufen wurden nun auch in Schleswig-Holstein unternommen. Die Koalitionsfraktionen aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben sich in den Beratungen über den Landeshaushalt für 2019 darauf verständigt, die Ausbildung der Gesundheitsfachberufe künftig schulgeldfrei zu gestalten. Ab Januar 2019 werden demnach 898 Schulplätze aus Landesmitteln finanziert. Auch diejenigen Schüler, die bereits in Ausbildung sind, sollen ab dem neuen Jahr von der Schulgeldfreiheit profitieren.

Am 01.11.2018 konnte in einer Anhörung des Sozialausschusses unter anderem auch der Schlaganfall-Ring Stellung zum Thema Schulgeldbefreiung für Gesundheitsfachberufe nehmen. Die Problematik des Fachkräftemangels zeichnet sich seit einiger Zeit immer deutlicher ab. Die Wartelisten für einen der begehrten Therapieplätze sind in den Praxen aller Disziplinen lang. Gerade Schlaganfallpatienten benötigen nach der Entlassung aus der Akut- oder Rehaklinik oft noch über Jahre eine ambulante Versorgung mit Heilmitteln wie Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie. Hausbesuche können viele Praxen nicht leisten; sowohl aus personellem Engpass als auch aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen.

Es werden gut ausgebildete, engagierte und motivierte Therapeuten benötigt, um den Bedarf an ambulanter Heilmittelversorgung in Zukunft zu decken. Die Schulgeldbefreiung der Gesundheitsfachberufe ab dem kommenden Jahr begrüßen wir sehr. Sie ist ein erster wichtiger Schritt, die Heilmittelberufe für junge Menschen attraktiv zu machen. Durchschnittlich 400 € kostete bisher die schulische Ausbildung pro Monat.

Wir wünschen uns auch für die Zukunft offene Gespräche über weitere Lösungsansätze, die zur Verringerung des Fachkräftemangels beitragen können.

PM der Regierungskoalitionen – Schulgeldfreiheit Gesundheitsfachberufe