Bei der Behandlung eines Schlaganfalls zählt jede Minute – time is brain. Nur wenn Patienten so schnell wie möglich akutmedizinisch versorgt werden, lassen sich neurologische Funktionsausfälle und dauerhafte Behinderungen reduzieren.

Auch in Zeiten von Corona gilt deshalb: Zögern Sie nicht, wenn Sie plötzlich auftretende Schlaganfallsymptome an sich oder jemanden in Ihrem Umfeld feststellen. Verständigen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112 und äußern Sie den Verdacht auf Schlaganfall.

Das gilt insbesondere auch für Patienten mit leichten oder vorübergehenden Symptomen, denn diese kündigen in der Regel einen schweren, dauerhaften Schlaganfall an. Deshalb ist eine sofortige akutmedizinische Versorgung unerlässlich. Das bedeutet im Umkehrschluss: Warten Sie nicht auf eine Verbesserung der Symptome, gehen Sie nicht zu Bett und fahren Sie auch nicht mit dem Auto, Taxi oder öffentlichen Verkehrsmitteln zum Hausarzt oder in die Klinik.

Einzig der Weg über den Rettungsdienst garantiert den schnellen und gut koordinierten Weg in die Versorgung.


Schlaganfall und Corona: Die Sorge über die Ansteckungsgefahr in Krankenhäusern darf nicht über das Handeln im Notfall entscheiden

Die Kliniken sind gut auf die Herausforderungen der Corona-Krise vorbereitet. Betroffene Patienten werden isoliert in eigens dafür geschaffenen Bereichen versorgt; es gelten hohe Standards bezüglich der Hygiene- und Schutzmaßnahmen, um das Risiko einer Ansteckung weitestgehend zu reduzieren.

Schlaganfallpatienten werden auf sogenannten Stroke-Units, speziellen Intensivstationen zur Schlaganfallbehandlung, versorgt und kommen mit infizierten Corona-Patienten nicht in Kontakt.

Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern sind sensibilisiert für die Vorgänge einer Infektion und schützen sich und ihre Patienten besonders effektiv.

Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus darf deshalb nicht über das Handeln im Notfall entscheiden. Nur die Alarmierung des Rettungsdienstes über die Notrufnummer 112 stellt sicher, dass der Patient auf schnellstem Weg akutmedizinisch versorgt wird und die Folgen des Schlaganfalls möglichst reduziert werden.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Ein Schlaganfall zeichnet sich durch plötzlich auftretende Symptome aus:

 

  • Lähmung oder Schwäche im Bereich des Gesichts, der Arme oder Beine.
  • Gestörtes Berührungsempfinden in Gesicht, Arm oder Bein.
  • Verwirrtheit, undeutliche Sprache oder Einschränkung der Fähigkeit, Worte zu finden und auszusprechen.
  • Verschlechterung des Sehvermögens, z. B. im Sinne von Doppelbildern, Sehverlust oder einem einseitigen Schleier.
  • Gangunsicherheit, Schwindel, Gleichgewichtsstörung oder Koordinationsschwierigkeiten.
  • In seltenen Fällen ein plötzlich auftretender heftiger Kopfschmerz, der bislang noch nicht aufgetreten war.

Tritt auch nur eines der genannten Symptome plötzlich auf, zögern Sie nicht, sondern versändigen Sie sofort den Rettungsdienst unter der Nummer 112.

    Zwei Millionen Gehirnzellen sterben bei einem Schlaganfall ab. Und zwar pro Minute! Schaut man sich diese Zahl an wird deutlich, warum schnelles Handeln im Notfall so wichtig ist. Zellen, die erst einmal untergegangen sind, können sich nicht neu bilden und sind unwiderruflich verloren. Deshalb zögern Sie nicht.

    Bei sonstigen Fragen zum Thema Schlaganfall können Sie sich gern über unser Servicetelefon unter 0431 5365 9545 mit uns in Verbindung setzen.