Am 12.09.2018 fand im Wissenschaftszentrum Kiel erneut die jährliche Fachtagung des Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein statt. TV-Moderatorin und Medizinjournalistin Susanne Kluge-Paustian begleitete auf erfrischende Weise die Gäste und das Publikum als Moderatorin durch den Tag. Das bunte Programm, mit dem viele Facetten der Schlaganfall-Versorgung unter die Lupe genommen wurden, zog etwa 80 Gäste aus ganz Schleswig-Holstein an. Unter ihnen auch Schlaganfall-Betroffene, die sich in den Pausen zwischen den Programmpunkten intensiv mit den Angehörigen der unterschiedlichen Professionen der Versorgungslandschaft austauschten.

In einem ersten Überblick zeigte der Vorsitzende Jürgen Langemeyer, wo der Schlaganfall-Ring aktuell steht und welche Projekte als nächstes geplant sind. Aktuell freuen wir uns über zwei Projektförderungen von der BARMER, mit denen u.a. ein umfassendes Glossar zum Thema Schlaganfall finanziert wird. Ein weiterer Meilenstein ist die gemeinsame Beratung von Angehörigen in der Akutsituation. Emma Fre-Haack vom Sozialdienst der Neurologie des UKSH und Schlaganfall-Mentorin Stefanie Otte beraten im 14-täglichen Rhythmus zusammen die Familien von sehr frisch betroffenen Patienten und untersützen sie in dieser schwierigen Situation.

Wie sich eine Beratung auf betroffene Familien auswirken kann, zeigte der Doktorand Nils Hansen in seinen Erläuterungen zu einer beobachtenden Studie, die er im Rahmen seiner Dissertation anfertigte. Dieser ist zu entnehmen, dass Patienten und Angehörige von den Erfahrungen der Mentoren profitieren und hinterher besser in der Lage sind, ihre Situation zu verstehen und weitere Schritte in der Nachsorge zu planen. In einem emotionalen Erfahrungsbericht schilderete Sabine Wellnitz-Jürgensen, wie sie den Schlaganfall ihres Mannes erlebt hat und wie sehr selbst schlimme Erlebnisse Menschen zusammenschweißen können.

Prof. Dr. Ulrich Pulkowski, Chefarzt der Neurologie der imland Klinik in Rendsburg, erklärte den Gästen auf sehr kurzweilige Weise, was in der Klinik passiert, wenn es zu einem Schlaganfall gekommen ist und welche neuartigen Therapiemöglichkeiten inzwischen zur Verfügung stehen. Er machte aber auch klar, dass es an den Patienten ist, ihren Teil dazu beizutragen, nämlich die Symptome ernst zu nehmen und rechtzeitig die 112 zu wählen. Ist der Patient nach Hause zurückgekehrt, benötigt er oft jahrelange ambulante Therapien. Die Situation der Heilmittelerbringer bietet in vielerlei Hinsicht Optimierungsbedarf. Ob die Initiierung einer Therapeutenkammer eine mögliche Lösung wäre, darüber sprach Physiotherapeutin Swanhild Priestley.

Auch die Verordnung von Heilmitteln ist häufig mit Unsicherheiten besetzt und kann zu Mangelversorgung der Patienten führen. Ralf Buchner, Unternehmer aus Kiel, verriet deshalb, wie Heilmittel verordnet werden müssen, damit sie nicht zulasten des ärztlichen Budgets gehen. Über das Thema Schluckstörungen und wie sie therapiert werden können, sprach im Anschluss Renate Damm-Lunau von der August-Bier-Klinik Bad Malente.

Dr. Sonja Krupp, Oberärztin im Geriatriezentrum des Krankenhauses Rotes Kreuz in Lübeck, erläuterte den Gästen das einzigartige Lübecker Modell Bewegungswelten; ein Sportprogramm, das ältere Menschen besser vor Stürzen schützt. Eine immer wichtiger werdende Disziplin in der Schlagnafall-Versorgung ist die Neuropsychologie. Über die Inhalte dieser Behandlung und den Zugang zu ihr sprach Neuropsychologin Kerstin Hintelmann.

Früher oder später stellt sich für viele Betroffene zudem die Frage nach dem Wiedereinstieg in den Beruf und stehen damit vor vielseitigen Herausforderungen. Über die Möglichkeiten, die sich Betroffenen bieten, sprachen Coach und Patientin Susanne Wigger und Alexander Thomas.

Wir freuen uns sehr über das tolle Feedback der Gäste  und über die vielen interessanten Gespräche am Rande der Veranstaltung. Für die wunderbare Moderation danken wir besonders der TV-Moderatorin Susanne Kluge-Paustian.

Bereits heute ist klar: Auch im nächsten Jahr wird der Schlaganfall-Ring die Akteure der Versorgungslandschaft im Norden zusammenbringen. Notieren Sie sich daher schon heute Freitag, den 25.10.2019.